Die Sammlung Friedrich August III
Konzerte aus der "Königlichen Privat-Musikaliensammlung" des 18. Jh

Im Gegensatz zum blühenden Hofkonzertwesen in der sächsischen Residenz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts fanden Hofmusiken nach dem Siebenjährigen Krieg nur in größeren Abständen aus Anlaß von Festlichkeiten oder hohen Besuchern statt. An ihre Stelle traten intime Musizierstunden, die in besonderem Maße vom jungen Kurfürsten Friedrich August III. gepflegt wurden, der ein besonderes Talent zum Clavierspiel besaß.

Die Nachricht von den Neigungen des späteren ersten sächsischen Königs drang bis über die Grenzen des Hofes, dennoch übte er sie nur in engstem Kreis aus, da er laut dem Musikreisenden Charles Burney "so furchtsam wäre, in anderer Gegenwart zu spielen, dass selbst die Churfürstinn, seine Gemahlinn, ihn kaum einmal gehört hätten".

Für seine Musizierstunden baute sich der junge Kurfürst gezielt ein Repertoire auf, wie man anhand der Hofkapellakten verfolgen kann. Seine besondere Vorliebe galt der Instrumentalmusik, insbesondere der Claviermusik und so bereicherte er die Königliche Privat-Musikaliensammlung unter anderem durch über 350 Clavierkonzerte. Seinem etwas menschenscheuen Wesen geschuldet, ließ er einen großen Teil der neu erworbenen Literatur, nicht nur Konzerte, sondern auch Sinfonien und Kammermusik, innerhalb kürzester Zeit von Dresdner Hofmusikern für zwei Cembali bearbeiten und führte sie mit diesen vermutlich nur unter vier Augen auf.

Die heute noch in großer Zahl erhaltenen Bearbeitungen - ein reizvolles Feld für heutige Aufführungen - weisen eine enorme Breite und Vielfalt auf. Neben Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart, denen die besondere Aufmerksamkeit des Kurfürsten galt, finden sich nord- und mitteldeutsche Komponisten wie Georg Anton Benda, Carl Heinrich Graun und Christoph Nichelmann, außerdem Mitglieder der Bachfamilie, aber auch Werke österreichischer und italienischer Komponisten wie Franz Anton Hoffmeister, Johann Baptiste Vanhal, Luigi Boccherini und Francesco Antonio Rosetti.

Dr. Annegret Rosenmüller